Sprachliche Konstruktionen von Geschichte zwischen Faktualität und Fiktionalität. Berichtete und erzählte Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert

 
Neu erschienen:
Geschichte(n) fiktional und faktual. Literarische und diskursive Erinnerungen im 20. und 21. Jahrhundert.
 

DAAD-geförderte Germanistische Institutspartnerschaft (GIP) mit der Eötvös-Loránd-Universität Budapest

Budapest ELTE

 

Neuerscheinung:

Beßlich, Barbara / Felder, Ekkehard [unter Mitarbeit von Anna Mattfeldt und Bernhard Walcher] (Hrsg.) (2016): „Geschichte(n) fiktional und faktual. Literarische und diskursive Erinnerungen im 20. und 21. Jahrhundert“. Bern: Peter Lang Verlag (Jahrbuch für Internationale Germanistik Reihe A Kongressberichte 125).
Die Beiträge des Bandes gehen auf eine Tagung in Budapest zurück, die im September 2014 stattgefunden hat. Gemeinsames, erkenntnisleitendes Thema ist die Frage nach sprachlichen Konstruktionen von Geschichte zwischen Faktualität und Fiktionalität mit besonderem Blick auf Umbruchs- und Krisenzeiten. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge analysieren und interpretieren Texte vom frühen 20. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert, in denen künstlerische, politische, ideologische und gesellschaftliche Krisenzeiten thematisiert werden.  In den linguistischen Beiträgen geht es um gemeinsame Geschichte und ihre Konstruktion im Spiegel von Diskursen. Korpuslinguistische und diskursanalytische Ansätze stehen im Vordergrund.

 

Die Germanistische Institutspartnerschaft zwischen dem Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg und der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) in Budapest ist ein langfristig angelegtes binationales Forschungs- und Ausbildungsprogramm für WissenschaftlerInnen beider Universitäten und fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Seit 2012 wird diese Partnerschaft vom DAAD finanziell gefördert. Thematisch beschäftigt sich die Partnerschaft mit den Konstitutionsbedingungen zeitgeschichtlichen Wissens und der Frage, wie sich die Wechselwirkungen der historischen Verhältnisse in Ost- und Westeuropa in Medien- und Erzähltexten manifestieren. Es finden regelmäßige Veranstaltungen zur Vernetzung statt wie z.B. eine Sommerschule gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Sprachwissenschaften, Tandem- und Kompaktseminare, Kolloquien, Tagungen sowie die Doppelbetreuung von Abschlussarbeiten.

Folgende Forschungsgegenstände der Lehrstühle in Budapest und Heidelberg stehen im Zentrum:

  • Narratologie
  • Intertextualität/Intermedialität/Interpicturalität
  • Erinnerungskonstruktionen
  • Unzuverlässiges Erzählen
  • Korpus- und Diskurslinguistik

Einem Eröffnungsworkshop im Februar 2012, der Formen der berichteten und der erzählten Zeitgeschichte zueinander in Bezug setzte, folgten zahlreiche Forschungsveranstaltungen, die sich zum einen der sprachwissenschaftlichen Analyse prägender diskursiver Leitbilder in deutschen Medientexten zum „Eisernen Vorhang“, zum anderen der Erschließung narratologischer Strukturen widmeten, wie sie im Kontext von Schwerpunktverlagerungen in der literarischen Auseinandersetzung mit der deutschen Zeitgeschichte zu beobachten sind.

Das Ausbildungsprogramm stützt sich sowohl auf klassisch hermeneutische Verfahren als auch auf korpuslinguistische Methoden, wie sie im Kontext des „Heidelberger Korpus“ entwickelt wurden und im Aufbau eines „Budapester Korpus“ fortgeführt werden. Ein solches Korpus deutschsprachiger Texte ungarischer Medien stellt die textuelle Basis für bi-nationale Lehr- und Untersuchungsprogramme zu den sprachlichen Ausprägungen deutscher und ungarischer Gedächtniskulturen dar.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses steht im Fokus der germanistischen Institutspartnerschaft. Für die ungarischen Studierenden und DoktorandInnen bietet die Institutspartnerschaft die Möglichkeit, die Universität Heidelberg im Rahmen meist einmonatiger Forschungsaufenthalte kennenzulernen. Sie nehmen an Lehrveranstaltungen und Kolloquien teil und recherchieren in den Heidelberger und Mannheimer Bibliotheken. Der Aufenthalt in Deutschland stellt für die ungarischen Teilnehmer eine wichtige Gelegenheit dar, Kontakte zu knüpfen und sich auf einem schwierigen europäischen Arbeitsmarkt für einen Arbeitsplatz zu qualifizieren. Zudem bieten Blockveranstaltungen deutscher DozentInnen an der Universität Budapest auch allen anderen ungarischen Studierenden der ELTE die Möglichkeit, die Forschungsinhalte der Partneruniversität kennenzulernen.

Aktuelle Aktivitäten

  • Workshop 2016 in Heidelberg zum Thema Diskurse und Mehrsprachigkeit
  • Herbstschule 2015 in Budapest zum Thema Deutschland und Ungarn – Konstruktionen gemeinsamer Geschichte in Texten (pdf)
  • Sommerschule 2014 in Kooperation mit dem EZS zum Thema Historische Unsicherheit im Spiegel sprachlicher Konstruktionen. Sprach- und literaturwissenschaftliche Zugänge zu berichteter und erzählter Vergangenheit
  • Internationale Germanisten-Tagung 2014 in Budapest: Literarische und diskursive Erinnerungen - narratologische, diskursanalytische und korpuslinguistische Annäherungen

Publikationen im Zusammenhang mit der GIP

Beßlich, Barbara / Felder, Ekkehard [unter Mitarbeit von Anna Mattfeldt und Bernhard Walcher] (Hrsg.) (2016): „Geschichte(n) fiktional und faktual. Literarische und diskursive Erinnerungen im 20. und 21. Jahrhundert“. Bern: Peter Lang Verlag (Jahrbuch für Internationale Germanistik Reihe A Kongressberichte 125)

Hauptverantwortliche und Ansprechpartner

Projektkoordination

Letzte Änderung: 12.08.2016
zum Seitenanfang/up