Nachwuchsgruppe »Sprachreflexion, Entscheidungs- und Wahrnehmungsprozesse«

 

Leiterin: Dr. Katharina Jacob (Germanistische Linguistik)

 

In der Nachwuchsgruppe werden drei Themenfelder erforscht: Sprachreflexion und Sprachkritik, die kommunikative Praxis des Entscheidens und Zeitwahrnehmung in Sprache.

 

Sprachreflexion und Sprachkritik: In diesem Themenfelder wird die Praxis wertender Sprachreflexion als Indikator für spezifische Deutungs- und Handlungsweisen einer Sprachkultur untersucht und in europäischer Perspektive verglichen. Dieses Forschungsinteresse ist eng an die Arbeit der Projektgruppe Europäische Sprachkritik Online (ESO) (http://europsprachkritik.com/) des Europäischen Zentrums für Sprachwissenschaften (EZS) geknüpft. Seit 2017 publiziert die Projektgruppe das periodische fünfsprachige Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO) bei heiUP (https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/index.php/heso/issue/view/2372).

Wissenschaftliche Hilfskraft/Redaktionsleiterin: Vanessa Münch

 

Kommunikative Praxis des Entscheidens: In diesem Themenfeld wird das Zusammenspiel zwischen intentionalen und nicht-intentionalen Praktiken und emergenten Sprachgebrauchsformationen kollektiven Entscheidens in den Blick genommen. Die am Projekt beteiligten Personen möchten (a) nicht-intentionales Sprachverhalten sowie emergente Sprachgebrauchsformationen beim kollektiven Entscheiden systematisch und unter Einbezug der Rahmenbedingungen und Situierungen untersuchen, (b) die Analyseergebnisse in Beziehung zu bereits erforschten Praktiken intentionalen Entscheidens setzen und hierbei (c) nicht nur institutionell gesteuertes Entscheiden analysieren, sondern vor allem öffentliches und privates Entscheiden in der Face-to-Face-Kommunikation sowie Entscheiden in Diskursen, in denen sich die Individuen nicht kennen, sondern lediglich über ein Diskursgegenstand (z.B. Thema, Interesse, Problem) auf transtextueller Ebene miteinander kommunizieren. Die Forschungsarbeit ist in einem interdisziplinären Projekt zum kollektiven Entscheiden verankert, in dem ein enger Austausch zwischen der Linguistik, der Biologie und Physik erfolgt (https://www.hadw-bw.de/group/23/modellierung-linguistik-biologie-physik) und welches im WIN07-Kolleg der Heidelberger Akademie der Wissenschaften beheimatet ist.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Doktorand: Jöran Landschoff

Hilfskräfte: Jacqueline Helbig und Marcel Kückelhaus

 

Zeitwahrnehmung in Sprache: In diesem Themenfeld wird untersucht, wie Zeit wahrgenommen, konzeptualisiert und versprachlicht wird. Ziel dabei ist es, die linguistische Zeitforschung der letzten ca. 40 Jahre zusammenzuführen, relevante und vor allem in der Linguistik bewährte Konzepte theoretisch zu bündeln. Parallel dazu werden auf der empirischen Basis eines schriftsprachlichen Textkorpus, das sich über verschiedene Wissensdomänen erstreckt, musterhafte Relationen zwischen Zeitmarkern auf der sprachlichen Oberfläche (Formebene) herausgearbeitet und hinsichtlich ihrer kommunikativen Einbettung in Texten (Funktionsebene) gedeutet. Es wird eine Kategorie entwickelt, sogenannte Zeitwahrnehmungstypen, die dazu dient, die Form- und Funktionsebene in einem Modell aufeinander zu beziehen und für die quantitative (korpus- und computerlinguistisch motivierte) Analyse handhabbar zu machen.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Henrik Schmidtke (August bis Oktober 2019)

Hilfskräfte: Christoph Schneider und Lea Dortschy

 

Weitere Hilfskraft: Hanna Strub (Endredaktion des Sammelbandes „Sprache und Empathie“)

 

Die Nachwuchsgruppe wird gefördert durch die Heidelberger Akademie der Wissenschaften und durch das Gleichstellungsbüro der Universität Heidelberg/Clearingstelle Wissenschaft und Familie

 

Letzte Änderung: 24.07.2019
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