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Clemens Meyer Poetikdozentur 2026

DER AUTOR CLEMENS MEYER ZU GAST AN DER RUPERTO CAROLA

Im Rahmen der Poetikdozentur 2026 ist der Autor Clemens Meyer zu Gast an der Universität Heidelberg. In drei öffentlichen Vorlesungen sowie einer Lesung im Völkerkundemuseum Heidelberg wird Clemens Meyer Einblicke in sein Schaffen gewähren.

Seine Poetikvorlesungen an der Universität Heidelberg tragen den Titel Zwischen Tradition und Moderne: Wozu Literatur?

„Warum beginnen Menschen zu schreiben und wann wird es zu Kunst? Wie werden Welten literarisch erfasst, wie verdichtet sich die Sprache immer mehr, wann ist ein Text modern? Hat die klassische Moderne ausgedient? Wie weit ist es von den Phantasmen Karl Mays bis zu den Bewusstseinsströmen von Joyce? Greift Literatur in gesellschaftliche Prozesse ein und ist der Brückenschlag zwischen Moderne und engagierter Literatur überhaupt möglich?

Von den Erfahrungen der Wende zurück zur Literatur der DDR, von der Abenteuerliteratur zur Weltliteratur, vom klassischen Erzählen zu avantgardistischen Formen, all das versucht „Wozu Literatur-zwischen Tradition und Moderne“ auszuloten.“

Clemens Meyer

Mit seinem Roman Als wir träumten (2006) – dem Porträt einer desparaten Jugend im Systemumbruch der DDR – wurde der Leipziger Autor Clemens Meyer schlagartig berühmt. 2024 erschien mit seinem opus magnum Die Projektoren ein Roman, der das kulturelle Gedächtnis Ost- und Westdeutschlands gleichermaßen durch Zeitschichten hindurch kühn durchmisst und dabei facettenreich mit Gründung und Zerfall Jugoslawiens verknüpft, Traumata neben Kalauern, Old Shatterhand neben Marschall Tito postiert und das Ganze mit großem Ernst und abgründiger Komik überraschend auserzählt. Zwischen diesen Werken erschienen neben einem weiteren vieldimensionalen Roman zum Aufbau Ost aus der Perspektive der Rotlichtszene (Im Stein, 2013) eine Fülle von Erzählungen und Essays sowie Drehbücher (u.a. Tatort: Angriff aus Wache 08, 2019), die den experimentellen Kunstwillen Meyers wie den enormen Horizont literarischen Stimmen aus vielen Epochen zeigen, die in seinen Stories widerhallen. Andreas Platthaus nannte ihn zurecht „einen Erzähler, wie wir keinen anderen haben“.

Es ergeht herzliche Einladung zu allen Veranstaltungen. Sie finden an den folgenden Terminen statt: 29.06.2026 (Eröffnung und erste Lesung, Hörsaal 13, Neue Universität), 06.07.2026 (zweite Lesung, Heuscheuer I), 13.07.2026 (dritte Lesung, Hörsaal 13, Neue Universität) und 14.07.2026 (Clemens Meyer liest aus seinem Werk, Gartensaal, Völkerkundemuseum Heidelberg). Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr. 

Programm

Montag, 29. Juni 2026

Eröffnung und erste Poetikvorlesung, 19 Uhr, Hörsaal 13, Neue Universität

Montag, 6. Juli 2026

Zweite Poetikvorlesung, 19 Uhr, Heuscheuer I

Montag, 13. Juli 2026

Dritte Poetikvorlesung, 19 Uhr, Hörsaal 13, Neue Universität

Dienstag, 14. Juli 2026

Clemens Meyer liest aus seinem Werk, 19 Uhr, Gartensaal, Völkerkundemuseum Heidelberg

Vita

Clemens Meyer, 1977 in Halle (Saale) geboren, finanzierte sich nach dem Abitur sein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig von 1998 bis 2003 unter anderem als Wachmann, Bauhelfer, Gabelstaplerfahrer und mittels diverser Stipendien. Unterbrochen wurde sein Studium durch einen Aufenthalt in der Jugendarrestanstalt Zeithain. Meyer schrieb zu Beginn unter finanziell prekären Verhältnissen, mit dem Roman Als wir träumten gelang ihm 2006 sein literarischer Durchbruch. Für seine unermüdliche künstlerische Tätigkeit als Romancier, Theater- und Filmautor, Librettist und Verfasser von Radioessays wurde er mehrfach mit Literaturpreisen wie dem Clemens-Brentano-Preis (2007), dem Preis der Leipziger Buchmesse (2008) oder dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (2025) ausgezeichnet. Sein letzter Roman Die Projektoren (2024) wurde dreifach prämiert. 2014 war Meyer am Leipziger Literaturinstitut als Dozent tätig. Unter dem Titel Der Untergang der Äkschn GmbH hielt er 2015 die Poetikdozentur in Frankfurt.

Auszeichnungen (Auswahl)

2007 Clemens-Brentano-Preis

2008 Preis der Leipziger Buchmesse

2014 Bremer Literaturpreis

2015 Frankfurter Poetik-Dozentur

2020 Klopstock-Preis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt für sein Gesamtwerk

2024 Bayerischer Buchpreis für Die Projektoren

2025 Lessing-Preis des Freistaates Sachsen