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DFG-Projekt: Revitalisierung von deutschbasierten Minderheitensprachen im Alpenraum Teilprojekte

Das Heidelberger Teilprojekt: Dokumentation
Leitung: Sebastian Franz

Das Teilprojekt an der Universität Heidelberg untersucht, welche Maßnahmen zum Erhalt deutschbasierter Minderheitensprachen im italienischen Alpenraum entwickelt wurden und werden. Im Mittelpunkt steht die systematische Dokumentation historischer und aktueller Revitalisierungsinitiativen, darunter etwa Wörterbücher und Sprachlehrwerke, Sprachkurse, Publikationen in den Minderheitensprachen, digitale Angebote wie Social-Media-Formate oder Podcasts sowie kulturelle, familiäre und individuelle Aktivitäten zur Sprachweitergabe. Grundlage der Untersuchung bilden Forschungs- und Archivmaterialien sowie Erhebungen in den Sprachgemeinschaften vor Ort. Die einzelnen Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Zielsetzung, ihrer Trägerschaft, ihrer Zielgruppen und ihrer Entwicklung vergleichend erfasst. Insgesamt sollen auf diese Weise rund einhundert Maßnahmen dokumentiert werden. Das Teilprojekt schafft damit erstmals einen systematischen Überblick über die vielfältigen Bemühungen zum Erhalt deutschbasierter Minderheitensprachen im Alpenraum und liefert die Grundlage für deren Evaluation im Augsburger Teilprojekt.

Das Augsburger Teilprojekt: Evaluation 
Leitung: Alfred Wildfeuer 

Das Teilprojekt an der Universität Augsburg untersucht die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Erhalt deutschbasierter Minderheitensprachen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren zum Erfolg oder Misserfolg sprachfördernder Initiativen beitragen und welche Auswirkungen diese auf Sprachgebrauch, Spracheinstellungen und die Vitalität der Minderheitensprachen haben. Mithilfe von Interviews, Fragebogenerhebungen und Beobachtungen vor Ort werden sowohl die Perspektiven der Minderheitensprachgemeinschaften als auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Auf dieser Grundlage werden Erfolgsfaktoren identifiziert und ein praxisorientiertes Evaluationsmodell entwickelt, das Sprachgemeinschaften bei der Planung und Weiterentwicklung zukünftiger Revitalisierungsmaßnahmen unterstützen soll.

Teilprojektübergreifend 

Über die Dokumentation und Evaluation einzelner Maßnahmen hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Erhalt deutschbasierter Minderheitensprachen zu entwickeln. Die erhobenen Maßnahmen und ihre Wirkungen sollen als Orientierung für andere Sprachgemeinschaften dienen und aufzeigen, unter welchen Bedingungen bestimmte Initiativen erfolgreich umgesetzt werden können. Dabei versteht sich das Projekt nicht als sprachpolitischer Akteur, sondern als wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen der Sprachgemeinschaften. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Maßnahmen unter welchen sozialen, sprachlichen und kulturellen Rahmenbedingungen erfolgversprechend sind. Da sich die Ausgangslagen der einzelnen Minderheitensprachen teils erheblich unterscheiden, werden auch die jeweiligen lokalen Voraussetzungen und Herausforderungen berücksichtigt. Die Ergebnisse werden in Form von Leitlinien, Beispielen guter Praxis und weiteren Materialien über die frei zugängliche digitale Informationsplattform für Deutsch als Auswanderersprache (DIDaA) bereitgestellt. Auf diese Weise erhalten Sprachgemeinschaften, Vereine und weitere Akteurinnen und Akteure des Sprachmanagements die Möglichkeit, voneinander zu lernen und künftige Revitalisierungsmaßnahmen auf einer fundierten Wissensbasis zu planen.